Gemeinsame Playlists Spotify – Weshalb das System so nicht funktioniert

Gemeinsame Playlists Spotify – Weshalb das System so nicht funktioniert

Mit den sogenannten Collaborative Playlists – den gemeinsamen Playlisten – bietet Spotify die Möglichkeit, mit anderen Nutzern zusammen Playlisten zu erstellen und zu pflegen. Die Vorgehensweise ist denkbar einfach: Ein Nutzer erstellt eine Playlist und gibt diese anschließend mit der Option „Als  gemeinsam freigeben“ zur Bearbeitung durch Jedermann frei.

Gemeinsame Playlists in der Theorie

Spotify versteht sich als reiner Musik Streaming Dienst. Features zur Kommunikation zwischen einzelnen Nutzern innerhalb von Spotify sucht man vergebens. Hintergrund hierfür dürfte sicherlich sein (was allerdings nur eine Vermutung ist), den Gefahren aus dem Weg zu gehen, denen sich soziale Netzwerke heutzutage ausgesetzt sehen. Der redaktionelle Pflegeaufwand aufgrund gesetzlicher Vorgaben ist nicht zu unterschätzen. Die Kommunikation beschränkt sich bei Spotify auf ein leider sehr unübersichtliches und technisch rückständig wirkendes Forum – der Spotify Community. Gemeinsame Playlisten sind daher bislang die einzige Möglichkeit, direkt in den Spotify Apps kommentarlos und rein über das hinzufügen/entfernen von Tracks mit anderen Nutzern zu interagieren (sieht man vom reinen Folgen anderer Nutzer ab).

Aus Sicht von Spotify sollen durch die mögliche Mitarbeit verschiedener Menschen mit verschiedenen Schwerpunkt-Interessen und Kenntnissen lebendige und vielseitige Playlisten entstehen. Die Idee ist im Grundsatz sehr gut. Wer kennt schon alle möglicherweise passenden Künstler bzw. Tracks für eine Content- oder Kontext basierte Playlist? Werden Playlists nur von einer Person oder Organisation (Stichwort Label-Playlists) erstellt/gepflegt, ist deren Vielfallt ganz natürlich eingeschränkt.

Collaborative Playlists in der Praxis

Leider ist die sehr gute Idee von Spotify nicht zu Ende gedacht worden. Wird eine solche Playlist als gemeinsame Playlist identifiziert, ist diese meist gnadenlos dem Missbrauch ausgesetzt. Der Link findet sehr schnell seinen Weg in einschlägige Foren oder Facebook Gruppen. Einzelne Künstler oder sogar Promoter bzw. Label nutzen die Freigabe gnadenlos, um ihre eigenen Tracks zu promoten. Auf die inhaltliche Ausrichtung oder das richtige Maß wird selten Rücksicht genommen. Anstatt eines passenden Tracks wird oftmals ein ganzes Album auf der Playlist platziert – meist dann auch noch an prominenter Stelle. Wer mag es ihnen verdenken? Die Branche ist hart und es wird jede Möglichkeit der (noch dazu kostenlosen) Promotion ausgenuntzt. Das Resultat: Die Playlist verfehlt komplett das Ziel und verliert ihre Attraktivität. Die einzige Chance für Besitzer einer gemeinsamen Playlist ist, diese regelmäßig zu „säubern“. Dies kann nicht der Sinn und das Ziel dieser Funktion sein.

Wie es funktionieren würde

Die Grundidee von gemeinsamen Playlisten lässt sich schon fast als bahnbrechend bezeichnen. Leider wurde die Funktion seit ihrer Veröffentlichung nicht weiter entwickelt. Mit nur einer kleinen Anpassung wäre die Funktion wirklich ein Mehrwert für die Spotify Gemeinde: die Freigabe zur Bearbeitung an nur bestimmte Personen. So hätten Nutzer die Möglichkeit, Playlisten mit Leuten aus dem Freundeskreis (bzw. Nutzern denen man vertraut) zu betreiben. Playlist Spamming wäre somit kein Thema mehr. Die Umsetzung dürfte aus technischer Sicht kein Problem darstellen. Spotify ist stolz auf die Vielzahl und Vielfallt seiner Playlisten. Diese Änderung würde die Attraktivität von Spotify im allgemeinen enorm erhöhen. Der gesteigerten Viralität von gemeinsamen Playlisten hätte die Streaming-Konkurenz so schnell nichts entgegen zu setzen.

Es bleibt zu hoffen, dass dies bei Spotify auch so gesehen und zeitnah umgesetzt wird. Es wäre ein starkes Signal nach dem Börsengang.

Kommentare:2

  • sonsounds
    Antworten 27. April 2018 10:38

    stimmt,
    einen zugang nur für bestimmtne personen habe ich auch schon vermisst.

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